Historie
1956 lässt Manfred von Ardenne den Refraktor in der von ihm in Auftrag gegebenen Sternwarte aufbauen.
Selbst sehr an der Astronomie interessiert, macht er die Anlage nach ihrer Fertigstellung auch astronomisch interessierten Besuchern zugänglich, wovon besonders Schulklassen profitieren.
Im Inneren der drehbaren Kuppel ist eine künstliche, fluoreszierende Nachbildung des Wintersternhimmels zu sehen, so dass Gäste sogar bei bedecktem Himmel oder am Tag einen Eindruck vom nächtlichen Himmel gewinnen können.
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Manfred von Ardenne im Jahr 2007 lässt die VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH die sanierungsbedürftig gewordene Anlage restaurieren.
Gebäude, Kuppel und auch der historische Refraktor werden in nur 12 Monaten denkmalgerecht saniert und modernisiert.
Technische Daten
Der Zeiss-Refraktor mit einem Objektivdurchmesser von 200 mm und einer Brennweite von 3000 mm - gebaut zwischen 1909 und 1911 - gilt unter Fachleuten als Rarität, da nur sechs dieser Geräte existierten. Bei Carl Zeiss Jena wurde in dieser Zeit eine breite Palette astronomischer Beobachtungsgeräte entwickelt.
Hauptmerkmal des Ardenne-Refraktors ist ein sogenanntes E-Objektiv mit der Fab.-Nr. 16810. Es handelt sich um einen klassischen Achromat nach Josef Fraunhofer zur Farbfehlerkorrektur, Öffnungsverhältnis 1:15. Wie zu dieser Zeit üblich erfolgte die automatische Nachführung des Refraktors durch eine Montierung mit mechanischem Stundenlaufwerk. Die Ganggenauigkeit dieser Werke war exzellent und ermöglichte neben dem visuellen Beobachten auch das Fotografieren des Sternenhimmels. Bei der Restaurierung 2007 wurde das mechanische Stundenlaufwerk durch eine zeitgemäße elektronische Schrittmotorsteuerung ersetzt.
"Refraktoren gehören zu den schönsten technischen Objekten, und wenn sie nach 100 Jahren immer noch ihren Dienst tun, ist das wie eine Botschaft an unsere jetzige hektische Zeit."
Manfred Koch, -4H-JENA engineering GmbH

